Klaus Brähmig

  • Zu Beginn eines jeden Sitzungstages müssen sich die Abgeordneten in eine Anwesenheitsliste eintragen, die in jeder Liegenschaft ausliegt. Wer sich nicht einträgt, verliert die Sitzungsgelder.
  • Bei der Terminhatz in einer Sitzungswoche des Deutschen Bundestages ist teilweise selbst für dringend notwendige Unterschriften kaum Zeit.
  • Mit meiner wissenschaftlichen Mitarbeiterin Katarina Fritzsche, die gebürtig aus Schmiedeberg stammt, bespreche ich die kommenden Themen für mein Wahlkreismagazin „Berlin Direkt“.
  • Mit meinem langjährigen Büroleiter Gregor Strabel erörtere ich aktuelle Vorgänge aus dem Wahlkreis und diskutiere über strittige politische Themen.
  • Neben den Terminen in den Sitzungswochen erreichen mich häufig Anrufe aus dem Wahlkreis. Ein persönliches Gespräch und eine Brise Frischluft gehören zu einem typischen Arbeitstag.
  • Vor jeder Sitzung der Arbeitsgruppe Vertriebene, Aussiedler und deutsche Minderheiten der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gehe ich mit dem Referenten die Tagesordnung und die politische Agenda durch.
  • Trotz des engen Terminkalenders lasse ich den Stress nicht an mich ran. Die Arbeit macht Spaß und das will ich auch bei größter Hektik zeigen. Es gelingt nicht immer, aber immer öfter.
  • Dienstag Mittag auf dem Weg zur sogenannten „Kauder-Runde“ denke ich über aktuelle politische Probleme nach. Vor dem inneren Auge werden noch mal persönliche Standpunkte festgezurrt.
  • Kurz vor der Fraktionssitzung bespreche ich mich mit einem Kollegen Themen aus dem Umweltbereich. Nicht jeder kann behaupten, Cajus Julius Caesar (MdB) als fachpolitischen Berater zu haben.
  • Hektik bestimmt den Alltag eines Abgeordneten. PStS Peter Bleser MdB, PStS Dorothee Bär und mir sind der Stress vor der Fraktionssitzung anzumerken. Kurze Telefonate, Aktensuche und kurzfristiger Gesprächsbedarf prägen die Stimmung.
  • In der Fraktionssitzung werden über landsmannschaftliche Verbindungen hinweg politische Ziel abgesteckt. Mit dem stellvertretenden Vorsitzenden der CDU/CSU-Fraktion und ehemaligen Verteidigungsminister Dr. Franz-Josef Jung verbindet mich die konservative Grundausrichtung.
  • Zwei Sachsen streiten bei der Kanzlerin für ihre Heimat. Mit dem stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Arnold Vaatz MdB setze ich mich gezielt für sächsische Interessen ein. Mit ihm habe ich auch mal die Gelegenheit, ein privates Wort zu sprechen. Keine Selbstverständlichkeit im politischen Alltagsleben.
  • Mit dem Leiter des Inneren Dienstes der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Gregor Buschhorn, wechsele ich einige Gedanken vor der Fraktionssitzung.
  • Im Fraktionssaal füllen sich die Reihen. Die Aufmerksamkeit steigt langsam, denn der Hilfsfonds für die Flutopfer steht heute auf der Tagesordnung. Viele Landesteile sind betroffen.
  • Nach der Fraktion erörtere ich mit Norbert Barthle MdB (CDU), dem Vorsitzenden der Arbeitsgruppe Haushalt, die Fortsetzung des Denkmalschutzsonderprogramms IV. Viele Kulturdenkmäler in unserer Region konnten in den letzten Jahren finanziell unterstützt werden.
  • Die Sitzungswochen werden komplettiert durch zahlreiche Besucher- und Schülergruppen aus der Heimat. Bei diesen Gesprächen habe ich in den letzten Jahren tausende Bürger aus dem Wahlkreis die Arbeitsweise des Bundestages erklärt und mich den Fragen gestellt.

Ein typischer Arbeitstag im Bundestag (bis Oktober 2017)

Berlin,
Jakob-Kaiser-Haus
In den Sitzungswochen des Deutschen Bundestages ist mein Büro der Dreh- und Angelpunkt meiner politischen Arbeit. Kein Sitzungstag in Berlin ist wie der andere, dennoch möchte ich versuchen, Ihnen einen einigermaßen typischen Tagesverlauf innerhalb einer Sitzungswoche zu skizzieren.
07.30 Uhr Im Jakob-Kaiser-Haus findet die Sitzung der Kommission "Aufbau Ost" der CDU/CSU-Bundestagsfraktion statt. Zusammen mit den anderen Kolleginnen und Kollegen unserer Partei aus den neuen Bundesländern beraten wir alle Gesetzentwürfe und Initiativen, die Einfluss auf die besondere Situation in den ostdeutschen Bundesländern haben.
08.45 Uhr Ins Büro zurückgekehrt, erwarten mich meine Mitarbeiter bereits mit der neu eingegangenen Post. Es werden Termine besprochen, die in den kommenden Tagen und Wochen anstehen, für Anfragen von Bürgern aus dem Wahlkreis wird das weitere Vorgehen abgestimmt. Als Sprecher der Gruppe der Vertriebenen, Aussiedler und deutschen Minderheiten bespreche ich wichtige Initiativen und Projekte.
09.45 Uhr Bei einem Gespräch mit Vertretern des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) erörtere ich die Vorgehensweise der Versicherungswirtschaft nach der Flutkatastrophe. Persönlich setze ich mich für schnelle und unkomplizierte Hilfe ein und diskutiere meinen Vorschlag zur Errichtung eines Nationalen Katastrophenfonds.
10.50 Uhr Durch Telefongespräche mit Verwaltungseinheiten des Bundes und der Länder recherchiere ich Lösungsansätze für Probleme aus dem Wahlkreis. Der schnelle Bau einer Bundesstraße, die falsch berechnete Rente und die Bürgerinitiative zur Verhinderung von Windrädern im Osterzgebirge viele Probleme aus ganz unterschiedlichen Politikbereichen landen auf meinem Tisch bzw. dem meiner Mitarbeiter. Kein Tag ist für mich und mein Team wie der andere und das ist gut so…
11.45 Uhr Die Arbeitsgruppe Tourismus der CDU/CSU-Bundestagsfraktion trifft sich zu ihrer wöchentlichen Sitzung im Jakob-Kaiser-Haus des Deutschen Bundestages. In diesem Gremium wird die Ausschusssitzung des Tourismusausschusses, die jeweils am Mittwoch einer Sitzungswoche stattfindet, vorbereitet. Weiterhin werden neue Initiativen (Kleine bzw. Große Anfragen, Anträge, etc.) abgestimmt und die Redner für etwaige Tourismusdebatten festgelegt.
12.45 Uhr Der Geschäftsführende Vorstand der Fraktion trifft sich unter Leitung des Fraktionsvorsitzenden Volker Kauder MdB zur Besprechung mit den Vorsitzenden der verschiedenen Arbeitsgruppen. In der so genannten "Kauder-Runde" wird die Fachpolitik der einzelnen Sachbereiche mit der allgemeinen Fraktionslinie abgestimmt.
13.30 Uhr Als Vorsitzender der Gruppe der Vertriebenen, Aussiedler und deutschen Minderheiten leite ich die Sitzung der zweitgrößten soziologischen Gruppe innerhalb der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Seit Gründung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion bin ich der erste ostdeutsche Abgeordnete, der nicht das Schicksal eines Heimatvertriebenen bzw. Aussiedlers teilt.
15.00 Uhr In der Vollversammlung aller Bundestagsabgeordneten von CDU und CSU informiert der Fraktionsvorsitzende Volker Kauder über die aktuelle politische Lage. Anschließend werden die Gesetzesentwürfe der kommenden Plenarwoche und die wichtigsten Initiativen der folgenden Wochen und Monate erörtert und diskutiert.
17.00 Uhr Zusammen mit meinen ostdeutschen Kolleginnen und Kollegen treffen wir uns zu einer gemeinsamen Runde, die sich vertiefend mit den "Offenen Rentenfragen der neuen Länder" beschäftigt. Unsere sächsische Kollegin Maria Michalk MdB hat eine sehr gute Zusammenstellung aller offenen Rentenfragen ("Intelligenzrente", Rentenansprüche bei in der DDR geschiedenen Ehen, Entgeltbegrenzungen für ehemalige Mitarbeiter des Staatsapparates und der Stasi, etc.) vorbereitet. Die ostdeutschen CDU-Abgeordneten diskutieren über die teilweise noch ungelösten Probleme und beraten über Initiativen innerhalb der eigenen Fraktion.
19.00 Uhr In der Sächsischen Landesvertretung findet eine Präsentation der Stadt Chemnitz statt. Als sächsischer Abgeordneter ist es mir ein besonderes Anliegen, möglichst an allen Veranstaltungen mit regionalem Bezug teilzunehmen. Neben den zahlreichen Ausstellern bietet sich auch vielfach die Gelegenheit, mit Mitgliedern der Staatsregierung ins Gespräch zukommen und wahlkreisspezifische Probleme anzusprechen.
21.30 Uhr Nach getaner Arbeit heißt es, Büro abschließen und schnellstens in die Wohnung fahren, um Kraft für den nächsten Tag zu sammeln.
CDU